Leben und Arbeiten in China Teil 1

Liebe Blogleserinnen und Blogleser, am 14.07.2012 nahm ich Abschied aus Deutschland um für knapp 3 Monate ein Auslandssemester im Rahmen meines Dualen Studiums bei der chinesischen Tochtergesellschaft SICK China Co., Ltd. in Guangzhou aufnehmen zu können und eine spannende Zeit inmitten einer Kultur zu erleben, die sich mit keiner der westlich geprägten Gesellschaften vergleichen lässt. 4-tag-in-shanghai-152

Nach knapp einer Woche Aufenthalt in Shanghai ging es für mich in den Südosten des Landes, nach Guangzhou. Von hier aus schreibe ich in den kommenden 3 Wochen jeweils einmal wöchentlich einen Beitrag. Ich freue mich, einige Impressionen, die ich bei meinen verschiedenen Aktivitäten aufgenommen habe, als Bildmaterial  zeigen zu können.

Mein erster Blogbeitrag heute widmet sich dem chinesischen Arbeitsleben bei SICK. Rund 100 Mitarbeiter arbeiten bei der SICK China Co., Ltd in Guangzhou, wobei jegliche Aktivitäten als Unterstützung des Vertriebs zu sehen sind. Produziert wird hier nicht. SICK besitzt in der 24. Etage eines großen Gebäudes im Zentrum der Stadt ein eigenes Stockwerk. Es sind vornehmlich Großraumbüros, die aber keineswegs unangenehm durch einen hohen Geräuschpegel auffallen, wie man fälschlicherweise vermuten könnte. Vieles erinnert hier an den deutschen Mutterkonzern. Auf der am Eingang befindlichen Glastür ist ein großes Bild des deutschen Stammsitzes zu sehen. Die Besprechungsräume tragen die Namen von den bestverkauften Produkten und das SICK Logo ist allgegenwärtig.

25-08-2012-024-2Jedoch sind es die kleinen Unterschiede, die das Leben und Arbeiten in China so interessant und abwechslungsreich machen. Eine für mich unbekannte Situation war zum Beispiel das allabendliche Anstehen am Aufzug. Erklärend sei erwähnt, dass hier in China feste Arbeitszeiten von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr, mit einer darin enthaltenen einstündigen Mittagspause bestehen. Dies scheint nicht nur bei SICK sondern bei vielen Unternehmen eine gängige Zeit zu sein, weshalb es besonders  kurz nach 18 Uhr zu erheblichen Wartezeiten vor den Aufzügen kommt. Eine halbe Stunde ist dabei durchaus nicht unüblich.

Während der Mittagspause ist das Einnehmen einer warmen Mahlzeit für die Chinesen sehr wichtig. Viele der Mitarbeiter begeben sich in eines der umliegenden Restaurants, bringen sich etwas Selbstgekochtes von zu Hause mit oder bestellen chinesisches Fast Food. Letzteres besteht in der Regel aus gedämpftem Reis, Gemüse und einer Fleischbeilage und würde in Deutschland niemals unter den Begriff Fast Food fallen. Die einstündige Pause wird aber auch als Zeit der Regeneration angesehen. So hat eine Vielzahl von Mitarbeitern ein Kissen am Arbeitsplatz um es sich nach dem Essen mit dem Kopf auf dem Schreibtisch etwas gemütlich zu machen.

Eine weitere Eigenheit hier in China ist, dass bei Regenfall vor dem Eingang des Gebäudes Plastiktüten für die Regenschirme verteilt werden, damit die vielen Menschen nicht  durch Nässe ins Rutschen geraten. Allgemein gesprochen ist man bei dem schon fast tropischen Klima im Süden des Landes ziemlich verloren, wenn man ohne Regenschirm aus dem Haus geht. Denn egal ob als Sonnenschutz oder als essentielles Mittel um bei einem Schauer zumindest in der oberen Körperhälfte trocken zu bleiben – einen Schirm kann man allzeit gut gebrauchen und jeder Chinese hat einen solchen stets zur Hand.

Nächste Woche werde ich über das chinesische Geschäftsleben schreiben. Z.B. über Themen wie die Beziehungen unter Kollegen und das Verhalten gegenüber internationalem Besuch.

Bis dahin beste Grüße aus Guangzhou,

Svenja

 

Print Friendly, PDF & Email

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.