Was wurde denn aus – Manuela Hoferer?

  • Name: Manuela Hoferer
  • Alter: 26 Jahre
  • Ausbildungsberuf: Europakauffrau
  • Ausbildungszeitraum: 2007 – 2010

 

In welcher Abteilung, in welchem Bereich bei SICK arbeitest du heute?

Nach meiner Ausbildung habe ich direkt in der Zollabteilung angefangen. Heute arbeite ich in der Abteilung „Customs Compliance & Export Control“, diese wurde durch eine organisatorische Änderung von der Zollabteilung abgespalten.

Wir führen deutschlandweit die Exportkontrolle durch und stellen sicher, dass SICK die Zollvorschriften einhält. Außerdem arbeiten wir sehr eng mit den Tochtergesellschaften weltweit zusammen. Wir erstellen die Vorgaben für die Exportkontrolle, unterstützen die Töchter bei dem Aufbau der Prüfprozesse und sind bei kniffligen Fällen Ansprechpartner. Außerdem prüfen wir, dass alle internen Vorgaben und die relevanten Verordnungen und Gesetze hinsichtlich Zoll- und Exportkontrolle eingehalten werden.

 

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Mein Arbeitsplatz bei SICK

 

Was übst du heute für einen Beruf aus? Wie bist du dazu gekommen? (Weiterbildungen, Schulungen, Seminare)

Nach meiner Ausbildung habe ich in der Zollabteilung im Bereich Import angefangen. Vereinfacht gesagt, habe ich ankommende Waren aus nicht EU-Ländern verzollt. Weitere Aufgaben, wie z.B. die Beantragung von Energierückerstattungen für SICK kamen nach und nach hinzu.

Damals war die Zollabteilung gerade an der Einführung eines neuen Systems zur Durchführung aller Zollprozesse. Dort bin ich dann in mein erstes großes Projekt reingerutscht. Ich durfte die Exportkontrolle in unserem neuen System einführen. Neue Prozesse wurden definiert und getestet, die Software wurde an unsere Anforderungen angepasst,  die Anwender der neuen Software wurden durch mich geschult und letztendlich wurden die alten Prozesse abgelöst. Das war jede Menge Arbeit, aber dabei hat sich gezeigt, dass mir die Exportkontrolle richtig viel Spaß macht.

Vor gut zwei Jahren habe ich das Thema Import dann ganz abgegeben und mich voll der Exportkontrolle gewidmet.

Natürlich habe ich immer wieder verschiedene externe Schulungen zu den Themen Zoll und Exportkontrolle besucht. Zum einen wird dort Wissen aufgebaut, zum anderen sind diese Schulungen aber auch enorm wichtig, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Gerade die Exportkontrolle basiert auf gesetzlichen Grundlagen, die sich natürlich immer wieder ändern.

 

Was sind deine täglichen Aufgaben? Wie gestaltet sich dein Arbeitsalltag?

Meine Aufgaben sind sehr unterschiedlich – nicht ein Tag ist wie der andere.

Im Zuge der Exportkontrolle müssen die Partner, die Endverwendung und auch die Waren überprüft werden. Grob lässt sich das in die folgenden Punkte aufteilen:

  • Sicherstellung, dass wir mit unseren Geschäftspartnern überhaupt Geschäfte betreiben dürfen. Es gibt nämlich verschiedene Terrorismuslisten, auf denen die Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen vermerkt sind, mit denen Unternehmen keine Geschäfte machen dürfen.
  • Überprüfung, dass unsere Ware nicht für kritische Zwecke verwendet wird. Eine kritische Verwendung wäre z.B. Atomkraft im Iran oder Waffenherstellung in Syrien
  • Außerdem gibt es jede Menge Beschränkungen, welche  Waren nur mit Genehmigungen vom Bundesamt für Wirtschaft und  Ausfuhrkontrolle versendet werden dürfen. Meine Aufgabe ist es, gemeinsam mit Produktmanagern und Entwicklern zu überprüfen, ob unsere Waren darunter fallen.

Die Exportkontrolle orientiert sich an EU-Verordnungen, dem US-Recht und auch an nationalen Gesetzen. Deshalb wälzen wir oft Gesetzestexte und müssen uns immer aktuell halten. Wenn neue Gesetze in Kraft treten, müssen wir diese im Unternehmen entsprechend umsetzen.

Natürlich beschränkt sich die Exportkontrolle nicht auf Deutschland. Ich habe täglich Kontakt mit unseren Tochtergesellschaften weltweit und unterstütze diese bei allen Fragen zur Exportkontrolle.

 

Gab es ein besonderes Ereignis in deiner Ausbildung, an das du dich heute noch gerne zurückerinnerst?

Während meiner Ausbildung zur Europakauffrau durfte ich mehrfach ins Ausland und dort arbeiten. Ich war in Wales, Paris und Stockholm.

Ich habe drei Monate bei unserer Tochtergesellschaft in Stockholm mitgearbeitet. Das war ein super Erlebnis! Zum einen sind die Prozesse bei einer kleinen Gesellschaft ganz anders als bei SICK am Hauptsitz. Zum anderen waren die Kollegen sehr nett, die schwedische Kultur war mir sympathisch und auch die Landschaft atemberaubend.

Diese Zeit möchte ich nicht mehr missen – einen solchen Auslandsaufenthalt kann ich jedem nur empfehlen!

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Auslandsaufenthalt in Schweden

 

Welchen Tipp gibst du Schülerinnen und Schülern, die mitten in der Berufsorientierung stecken?

Den richtigen Beruf zu finden, ist nicht ganz einfach. Deshalb empfehle ich euch, einige  Berufe, die ihr interessant findet, genauer anzuschauen. Geht in die Unternehmen und macht ein Praktikum oder bewerbt euch auf einen Ferienjob. Dann bekommt ihr den besten Einblick. Außerdem könnt ihr dann mit den Leuten reden, die diesen Beruf tagtäglich ausüben und danach könnt ihr entscheiden, ob euch die Aufgaben Spaß machen oder ihr in eine andere Richtung gehen wollt.

Viele Grüße,

Manuela

 

 

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