Halb zwölf in Waldkirch: AK-Sport

Mitläufer

Was treibt Menschen an, noch vor dem Frühstück oder in der Mittagspause oder nach einem langen Arbeitstag im Laufschritt durch den Wald, durchs Wohnviertel oder um die Firma zu rennen? Macht das fit? Schlau? Oder sogar Spaß? In der Beschreibung der Gruppe „Ausdauer“ im AK-Sport bei SICK steht: „Lauf- und Schwimmtraining zum Spaß und zur Vorbereitung auf regionale Lauf- und Triathlonwettkämpfe“. Klingt nach einem Widerspruch. „Das Training ist so gestaltet, dass jeder, unabhängig der Leistungsstärke, mitmachen kann“, heißt es weiter. O. K. dachte ich mir, wer mitreden will, muss mitlaufen und vereinbarte einen Termin zum Probelauf.
Ein sonniger Spätsommertag, Grüppchen von hungrigen Kollegen streben bereits Richtung Betriebsrestaurant während sich am Fahrradständer neben dem Drehkreuz zehn Menschen zusammenfinden, um gemeinsam zu laufen.

 

Nachdem ich mein Vorhaben, darüber zu schreiben, und meine Bedenken bezüglich meiner Kondition vorgetragen hatte, spaltete sich die Gruppe spontan in zwei Fraktionen. Gruppe 1 beschloss, die Zeit sinnvoll zu nutzen und mal eben nach Suggental und durch den Wald am Berghang über einen schmalen Trampelpfad zurückzulaufen – elf Kilometer in 50 Minuten. Die andere Gruppe erbarmte sich und bot mir sozusagen betreutes Laufen Richtung Elz, an der Elz entlang, zum Sportplatz mit anschließenden Laufübungen auf dem Fußballrasen an – drei Kilometer in 35 Minuten.

 

IMG_0898

Auf den ersten 500 Metern trabte ich einigermaßen stolz neben den erprobten Läufern Richtung Stahlhofstraße, über die Kreuzung Richtung Elz. Dann ging mir schon ein bisschen die Puste aus. Während sich meine Begleiter locker unterhielten, japste ich bereits nach Luft und versuchte aufkommendes Seitenstechen zu ignorieren und träumte von einem entspannten Spaziergang entlang des Flusses. Intuitiv verlangsamte die Gruppe dann das Tempo, wir verfielen in leichten Trab und ich konnte sogar wieder sprechen. Als dann das Tempo wieder erhöht wurde, spürte ich mehr Kraft und traute mir die Fortsetzung der geplanten Strecke zu.

 

IMG_0905

Am Sportplatz angelangt, entledigten wir uns der Schuhe und Strümpfe und liefen barfuß Runden im Gras um das Spielfeld mit wechselndem Tempo und Übungen für Füße und Gelenke. Dann ging’s (liefen wir) zurück zu SICK. Irgendwie hatte ich das gute Gefühl, dass meine Vorläufer nicht unzufrieden mit ihrem Tagespensum waren bzw. ich sie nicht ganz aus dem Tritt gebracht hatte.

 

IMG_0927

Mein Fazit:

Es ist anstrengend und macht Spaß. Wichtig ist, dass sich Kollegen mit dem gleichen Trainingsziel bzw. –niveau zusammentun. Wichtig ist auch eine gute Beratung, wie ich sie von meinen Begleitern bekommen habe. Wer Interesse am Laufen in der Mittagspause hat, kann sich getrost an die Gruppe „Ausdauer“ wenden, um einfach mitzumachen oder auszuloten, was er oder sie sich zutrauen kann, um dann auf Augenhöhe mit anderen zu laufen.

Läuft und läuft und läuft …

Die Gruppe „Ausdauer“ des AK-Sport von SICK läuft seit neun Jahren mit wechselnden Teilnehmern. Die beiden Initiatoren des Arbeitskreises „Ausdauer“ haben sie schon bewiesen. Roland Bergbach und Christof Meyer laufen seit über sieben Jahren regelmäßig mittags zwischen drei und elf Kilometern. Rund 1.000 Kilometer dürften sie dabei schon zurückgelegt haben. Bis zu zehn Teilnehmer nutzen den AK „Ausdauer“ regelmäßig unter anderem, um sich auf regionale Wettbewerbe wie Krozinger Herbstlauf, Teninger Allmendlauf, Münsterlauf Denzlingen-Breisach, Freiburger Marathon/Halbmarathon und Breisgau Triathlon vorzubereiten. Inzwischen setzt sich die Gruppe interdisziplinär bzw. abteilungsübergreifend zusammen.

Print Friendly

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.