Erlebnisreiche Praxisphase in Minneapolis

Hallo, ich bin Sven, 21 Jahre alt und absolviere ein duales Studium im Bereich Elektrotechnik bei der SICK AG. Ich hatte das Glück und durfte von Anfang Januar bis Ende März meine Praxisphase bei der Tochtergesellschaft SICK Inc., in Minneapolis, USA verbringen. Mittlerweile bin ich wieder zurück in Deutschland und blicke zurück auf eine tolle Praxisphase. Nun möchte ich euch einen kleinen Einblick in meinen Auslandsaufenthalt geben:

Anreise

Schon die Reise in die USA startete für mich spannend. Mein Zeitmanagement war ein bisschen knapp und so musste ich mich beeilen, um noch rechtzeitig meinen Koffer am Flughafen aufgeben zu können. Nachdem das erledigt war, ging ich zur Sicherheitskontrolle. Dort wurde dann wie üblich das Handgepäck gecheckt und das Sicherheitspersonal teilte mir mit, an der Seite zu warten, da mein Rucksack „positiv getestet“ wurde. Da ich nicht wusste, was „positiv getestet“ genau bedeutet, habe ich gleich mal nachgefragt und es stellte sich heraus, dass damit Sprengstoff gemeint war und ich nun auf die Bundespolizei warten musste.  Jetzt war ich ein wenig beunruhigt. Die Bundespolizei machte dann weitere Tests mit meinem Rucksack und an meinem Körper. Beide waren diesmal negativ. Ich war sehr erleichtert und konnte weiter zum Gate.

Die weitere Reise verlief dann – außer ein paar Verständnisproblemen bei der Grenzkontrolle – ohne Probleme. Am Flughafen wurde ich dann von einer Mitarbeiterin von SICK Inc. abgeholt. Mit den Worten „Juli the Tour Guide“ hat sie mir den Weg zur Arbeit und das nähere Umfeld gezeigt. Anschließend brachte Juli mich zum Appartement.

 

SICK_bei_Nacht

SICK Inc. bei Nacht

Arbeit

Am nächsten Tag begann auch schon mein erster Arbeitstag der Praxisphase. Zuerst gab es einen Rundgang durch die Firma, bei dem mir alles gezeigt wurde. Anschließend wurde ich den aufgeschlossenen Kollegen vorgestellt, die mich alle herzlich willkommen hießen. Ich fühlte mich direkt wohl. So wie jeder Mitarbeiter bekam auch ich meine eigene Box (Cube). Meine erste Aufgabe war es, einen neu entwickelten Encoder (Drehgeber) von SICK auf seine Funktionen zu testen. Dies war das erste Mal, dass ich mit Encodern gearbeitet habe. Deswegen musste ich mich zuerst in Informationen über Encoder einlesen, die mir meine Kollegen zur Verfügung stellten. Dadurch lernte ich die Funktionsweise, den Aufbau und die verschieden Typen von Encodern kennen. Nachdem ich nun vieles über Encoder wusste, legte ich mit den eigentlichen Tests los. Mit den Tests gewährleistet man, dass der Encoder alle geforderten Spezifikationen auch erfüllt. Ich testete die Signalverläufe bei minimaler und maximaler Drehzahl, sowie bei minimaler und maximaler Betriebsspannung. Außerdem auch die Reaktion des Encoders auf die maximale Last und auf Kurzschlüsse am Ausgang. Zusätzlich dokumentierte ich die Ergebnisse in einem Testprotokoll.
Als zweite große Aufgabe innerhalb der Praxisphase entwarf ich eine neue Testbox für Sensoren. Mein Betreuer gab mir ein paar Anforderungen, die erfüllt werden mussten. Eine Sensor-Testbox ist ein Gerät, an welches man einen Sensor anschließen kann, um seine Funktion zu demonstrieren. Man kann mit ihr aber auch herausfinden, welchen Ausgang der Sensor besitzt. Außerdem können mit einer Teach-Funktionalität ausgestattete Sensoren entsprechend programmiert (geteacht) werden. Mit den gegebenen Anforderungen entwickelte ich eine Schaltung. Nachdem der Entwurf der Schaltung fertig war, bestellten wir alle Bauteile und bauten sie dann im Labor auf. Anhand dieser Schaltung konnte man die Funktion testen und Messungen durchführen. Neben diesen beiden großen Aufgaben habe ich auch einige Schaltpläne erneuert und in unserer Datenbank gespeichert.

 

Wochenendaktivitäten

Was ich in Minneapolis direkt feststellte, ist der Temperaturunterschied zu Deutschland. Hier ist es doch um einiges kälter. Die kälteste Temperatur, die ich im Auto gemessen habe, war Minus 23 Grad Celsius. Die Arbeitskollegen sagten aber zu mir, dass es dieses Jahr ein milder Winter sei. Glück für mich! Bei diesen kalten Temperaturen frieren sogar Wasserfälle ein. Das konnte ich bei meinem Besuch bei den Minnehaha Falls und auch bei den Gooseberry Falls selbst erleben.

 

Minnehaha_Falls

Das bin ich und hinter mir die „Minnehaha Falls“

Die Gooseberry Falls

Die Gooseberry Falls

Die Gooseberry Falls befinden sich im Gooseberry Falls State Park, welcher in der Nähe der Stadt Duluth liegt. Leider habe ich nicht nur gute Erinnerungen an diesen Besuch. Im Winter ist es sehr rutschig auf manchen Straßen und Wegen. Auf einen dieser Wege bin ich ausgerutscht und auf meinem Rucksack mit meiner Kamera gelandet. Das Objektiv hat dies nicht überlebt. Trotz dieses Erlebnisses hat sich die Reise nach Duluth und in den Gooseberry Falls State Park gelohnt.

 

Meine Kamera nach dem Sturz

Meine Kamera nach dem Sturz

 

Sehr beeindruckend ist auch ein Besuch der Mall of America. Die Mall of America ist einer der größten, wenn nicht sogar die größte Mall der USA. Im Gebäude befindet sich ein eigener Freizeitpark, der sogar Wasserbahnen und Achterbahnen mit Loopings beinhaltet – und das alles Indoor. In der Mall befindet sich auch ein „Sea Life“, ein Theater und natürlich jede Menge Einkaufsläden und Restaurants.

 

Der Freizeitpark in der Mall of America

Der Freizeitpark in der Mall of America

 

Eine der größten Veranstaltungen, die ich hier miterlebt habe, war die Red Bull Crashed Ice Challenge. Red Bull Crashed Ice ist eine Veranstaltung, in der Profis eine aufgebaute Eispiste auf Schlittschuhen herunterfahren. Die Piste enthält steile Kurven, Hügel und andere Hindernisse.
Bei diesem Event waren ca. 100.000 Leute da. Der Start der Bahn war an der Kathedrale von Saint Paul.

 

Schön ist es auch, die Stadt am Abend zu sehen. Minneapolis hat – wie ich finde – doch eine recht schöne Skyline.

 

Skyline von Minneapolis bei Nacht

Skyline von Minneapolis bei Nacht

Auch ein sehr schönes Wochenende, war die Reise nach South Dakota zum Mount Rushmore. Es war eine sehr lange Autofahrt, aber es hat sich echt gelohnt.

 

Mount Rushmore

Mount Rushmore

Viele Grüße
Sven

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