Von Asien nach Südbaden um Ingenieur zu werden

ShiYi Tham und Kin Chong Phoon möchten Ingenieure werden. Darum haben sie sich – wie rund 60 weitere Schulabgänger – für ein Programm der Regierung von Singapur beworben. Seit etwas mehr als einem Jahr sind die beiden nun in Deutschland und haben sowohl den Arbeitsalltag bei SICK als auch das Leben an der Hochschule kennen gelernt. Wir wollten mehr erfahren und haben nachgefragt:

 

SICK Ausbildung: ShiYi , Kin Chong, was hat euch motiviert, euch um das duale Hochschulstudium in Deutschland zu bewerben?

Kin Chong Phoon: Deutschland ist berühmt für seine Ingenieure und Erfinder. Daher wollte ich sehr gerne hier studieren und wenn ich dabei auch noch Berufserfahrung sammeln kann, umso besser.

ShiYi Tham: Mit einem deutschen Studienabschluss rechne ich mir gute Berufschancen aus. Und auch für mich ist Deutschland ein Traumland für Ingenieure.

 

SICK Ausbildung: Haben sich eure Erwartungen an die Ausbildung erfüllt?

ShiYi Tham: Ja, das haben sie. Mir gefällt die duale Ausbildung sehr gut. Denn das gibt es in Singapur nicht. Dort kann man zwar auch in Teilzeit studieren, aber nicht in Teilzeit arbeiten. Man geht also abends nach der Arbeit an die Uni, um an Kursen teilzunehmen. Dass sich Praxis- und Studienphasen abwechseln, finde ich sehr gut.

 

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ShiYi Tham (rechts) und Kin Chong Phoon (Mitte)

SICK Ausbildung: Und die Sprache?

Kin Chong Phoon: Dank unseres Sprachkurses können wir uns schon ganz gut unterhalten, aber manche Dozenten sprechen recht schnell, so dass wir die Inhalte nachlesen müssen.

ShiYi Tham: Wir brauchen auch immer noch ein Wörterbuch, damit wir die recht komplizierten deutschen Fachbegriffe nachschlagen können.

 

SICK Ausbildung: Welche Erfahrungen habt ihr bislang mit den Deutschen gemacht?

Kin Chong Phoon: Zunächst haben wir ja unserer Kollegen bei SICK kennengelernt. Alle sind sehr nett und vor allem hilfsbereit. Die Ausbildungsabteilung unterstützt uns sehr gut.

ShiYi Tham: Die Deutschen arbeiten hart, legen aber auch Wert auf ihre Freizeit. Zunächst sind die Deutschen eher zurückhaltend. Aber nach einer Weile kann man sehr gut mit ihnen reden und gemeinsam etwas unternehmen.

 

SICK Ausbildung: Gibt es etwas, das euch überrascht hat?

ShiYi Tham: Bevor ich nach Deutschland gekommen bin, hatte ich mir vorgestellt, dass alle Deutschen immer pünktlich sind. Jetzt weiß ich, dass es auch hier Leute gibt, die nicht ganz so pünktlich sind. (lacht)

Kin Chong Phoon: Wir waren einige Tage in Norddeutschland. Da hat mich überrascht, dass es dort Strände gibt, an denen die Menschen ohne Kleidung baden gehen. Das war ein kleiner Kulturschock! Auch, dass man hier Hunde mit in den Bus oder den Zug nehmen darf, ist für mich ungewohnt.

ShiYi Tham: Neu war für uns auch, dass man seinen Ausstand feiert und für die Kollegen einen Kuchen backt oder etwas anderes zu Essen mitbringt.“

 

SICK Ausbildung: Apropos Essen. Wie findet ihr das Essen in Deutschland?

Kin Chong Phoon: Natürlich vermissen wir chinesische oder ganz allgemein auch asiatische Gerichte, wie wir sie von Singapur kennen. Viele Gemüsearten bekommen wir hier ja gar nicht zu kaufen.

ShiYi Tham: Das Essen ist meist nicht so scharf, wie es bei uns üblich ist. Aber das Bier schmeckt uns sehr gut. (lacht)

 

SICK Ausbildung: Und was gefällt euch an Deutschland gut?

Kin Chong Phoon: Ich mag das Wetter, vor allem, dass es unterschiedliche Jahreszeiten gibt. Bei uns ist das ganze Jahr Sommer. Ich finde auch bemerkenswert, dass die Menschen hier in Deutschland sehr viele Freiheiten genießen. Sie können weitgehend so leben, wie es ihnen gefällt.

ShiYi Tham: Mir gefällt, dass die Studenten hier in Deutschland oft in der Gruppe lernen. So kann jeder seine Stärken einbringen und sich bei Sachen von den anderen helfen lassen. Ich z. B. habe eine Stärke für Mathematik, bei Themen aus der Informatik lerne ich dann von anderen Studenten.

Kin Chong Phoon: Und auch die Hochschule bietet viele Veranstaltungen an. Vor kurzem fanden z. B. die Studylimpics statt. Da haben wir unsere Kommilitonen natürlich angefeuert!

 

SICK Ausbildung: Was schätzt ihr an der Ausbildung bei SICK?

ShiYi Tham: Es ist sehr spannend, in so einem Unternehmen zu arbeiten, das immer neue Produkte entwickelt. Ich denke, dass ich bei SICK wertvolle Berufserfahrung sammeln kann. Ich finde es auch gut, dass man sich die Zeit flexibel einteilen kann.

Kin Chong Phoon: Ich war überrascht, wie gut sich SICK als Arbeitgeber um die Mitarbeiter kümmert. Angebote wie z. B. die Gesundheitskurse oder das Betriebsrestaurant bringen das zum Ausdruck.

 

SICK Ausbildung: Wie haltet ihr Kontakt zu Familie und Freunden?

ShiYi Tham: Wir nutzen Skype und natürlich soziale Netzwerke wie Facebook oder Whatsapp. So bleiben wir trotz der großen Entfernung immer auf dem Laufenden.

 

SICK Ausbildung: Werdet ihr während der Studiendauer, die ja drei Jahre beträgt, nach Hause fliegen?

Kin Chong Phoon: Wir werden den Auslandseinsatz, der in unserem Studium vorgesehen ist, natürlich in Singapur absolvieren.

ShiYi Tham: Genau, wir arbeiten dann für drei Monate bei SICK in Singapur.

 

SICK Ausbildung: Könnt ihr euch vorstellen, in Deutschland zu leben und zu arbeiten?

Kin Chong Phoon: Ich kann mir das gut vorstellen.

ShiYi Tham: Ich mir auch. Allerdings müssen wir, als Verpflichtung für ein Stipendium für unsere vorangegangene Ausbildung, die mit dem Fachabitur vergleichbar ist, fünf Jahre in Singapur arbeiten. Diese fünf Jahre beginnen für uns, wenn wir das Studium hier in Deutschland abgeschlossen haben.

 

SICK Ausbildung: Danke für eure Zeit.

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