Erster Platz beim Mikrosystemtechnik-Wettbewerb in Paris

Mit ihrem Prototyp „CABLEbot“, einem Kabeleinzugsroboter, überzeugten fünf Studierenden aus Freiburg die Jury beim diesjährigen internationalen Mikrosystemtechnik-Wettbewerb „iCan“ in Paris. Auch Jan Mahler, DH-Student in der Fachrichtung Elektrotechnik bei der SICK AG, ist Teil dieses Teams. Wir wollten mehr über das Projekt der Studierenden erfahren und haben bei ihm nachgefragt:

 

Foto Jan Mahler

DH-Student Jan Mahler

SICK Ausbildung: Hallo Jan, du hast gemeinsam mit deinen Mitstudierenden für euer Projekt „CABLEbot“ den ersten Preis bei dem Mikrosystemtechnik-Wettbewerb „iCAN“ gewonnen. Wessen Idee war es, daran teilzunehmen?

Jan: Die Idee entstand letztes Jahr. Der Wettbewerb „iCAN“ ist auf internationaler Ebene. Für die Teilnahme an diesem Wettbewerb müssen sich die Studententeams qualifizieren. Als deutsches Team ist das möglich, in dem einer der ersten drei Plätze im nationalen COSIMA Studentenwettbewerb für Mikrosystemtechnik belegt wird. Das „CABLEbot“-Team hat das geschafft und belegte dort den dritten Platz. Damals war ich allerdings noch nicht Teil der Gruppe. Ich bin erst Anfang des Jahres im Rahmen einer Studienarbeit dem Projekt beigetreten.

 

SICK Ausbildung: Um was geht es bei eurem Projekt „CABLEbot“?

Jan: Die Grundidee besteht darin, die Elektrifizierung von Gebäuden zu erleichtern. Bei Neubauten oder Sanierungen müssen stromführende Leitungen oder Telefonkabel in gerillte Leerrohre, mit teilweise kleinem Durchmesser verlegt werden. Heute löst man das oft mit Hilfe von Kabeleinziehspiralen. Diese Methode ist aufgrund des manuellen Aufwands sehr zeitaufwändig. Außerdem erweist sich die Verwendung einer Spirale in manchen Situationen als schwierig, beispielsweise wenn das Leerrohr enge Biegeradien besitzt. Deshalb wurde im Rahmen des Projekts „CABLEbot“ ein Roboter entwickelt, der einen Zugdraht in Leerrohre einziehen kann.

 

SICK Ausbildung: Wie genau funktioniert euer Roboter und was kann er?

Jan: Der Roboter kann sich in einem Leerrohr fortbewegen. Dabei zieht er eine Zugschnur hinter sich her. Sobald er das Rohr durchquert hat, können die Kabel an der Zugschnur befestigt und in das Leerrohr eingezogen werden. Außerdem lässt sich die Position des Roboters mit Hilfe des Indoor-Navigationsmoduls bestimmen. Dadurch kann man beispielsweise Elektrifizierungspläne von Gebäuden erstellen, bei denen keine Pläne vorliegen. Das Kameramodul ermöglicht die Suche nach beschädigten Kabeln oder Löchern im Leerrohr.

 

SICK Ausbildung: Ihr seid Studierende von unterschiedlichen Hochschulen. Wie lief die Zusammenarbeit ab?

Jan: Meistens haben wir uns am IMTEK der Universität Freiburg getroffen. Dort konnten wir gemeinsam an dem Roboter tüfteln. Manche Aufgaben teilten wir auf, sodass jeder für ein Spezialgebiet verantwortlich war. Und wenn ich mal von zu Hause aus arbeitete, konnte ich die anderen immer per WhatsApp, E-Mail oder Telefon erreichen, um Fragen zu klären.

 

Ein Teil des CABLEbot-Teams

Ein Teil des CABLEbot-Teams: Christoph Grandauer, Ann-Kathrin Leiting, Konstantin Hoffmann, Karl Lappe (von links)

SICK Ausbildung: Die Preisverleihung fand in Paris statt. Wie habt ihr diese erlebt?

Jan: Leider konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht in Paris dabei sein. Ich war und bin gerade dabei, meine Bachelorthesis zu schreiben. Es gibt einen verbindlichen Start- und Abgabetermin. Von meinen Team weiß ich aber, dass sie in Paris tolle Erfahrungen sammeln konnten und noch dazu jede Menge Spaß hatten.

 

SICK Ausbildung: Was passiert nun mit eurem Gewinn? Möchtet ihr ihn für die weitere Forschung einsetzen?

Jan: Zunächst einmal müssen die bisher angefallenen Kosten gedeckt werden. Wir hatten zwar auch Sponsoren wie die SICK AG. Dennoch war unser Kapital etwas knapp kalkuliert. Nachdem alle noch offenen Posten bezahlt wurden, werden wir sehen, ob und wie viel von dem Gewinn übrig bleibt. Was dann möglicherweise damit passiert, steht noch nicht fest.

 

SICK Ausbildung: Bald hast du dein Studium geschafft. Wie geht es für dich weiter?

Jan: Nach meinem Abschluss geht es für mich bei SICK weiter. Ich werde als Elektronikentwickler in der Division Identification & Measuring eingesetzt werden. In derselben Abteilung, in der ich derzeit auch meine Bachelorthesis schreibe. Ich bin sehr froh darüber, hier nun eine Festanstellung zu bekommen.

 

SICK Ausbildung: Danke für das Gespräch!

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