Reute, Houston, São Paulo und zurück – Teil 1

Nach seinem dualen Studium lernte Felix Baha drei Jahre lang den Service International kennen, bevor ihn das Fernweh packte. Zunächst ging er in die USA, um sich in Houston um das Thema Aftersales zu kümmern. Anschließend zog es ihn in Richtung Süden: Bei SICK in Brasilien war er für die Service-Teams zuständig. Im Gespräch erzählt er heute mehr über seine Aufgaben:

 

SICK Karriere: Felix, du warst im Rahmen von Entsendungen bereits bei unserer Tochtergesellschaft in Houston, USA und in São Paulo, Brasilien eingesetzt. Wie kam es zu diesen Einsätzen?

Felix Baha: Nach Beendigung meines BA-Studiums (heute DH-Studium) bei der SICK AG, bin ich beim technischen Support – Service International eingestiegen. Dort konnte ich mich über 3 Jahre lang intensiv mit den technischen Details der Produkte vertraut machen und mich mit den technischen Teams und Experten aller 4 deutschen Standorte der Prozessautomation vernetzen. Anschließend nahm ich die Möglichkeit war, in der US-amerikanischen Tochtergesellschaft tätig zu werden. Meine Aufgabe war es, die Kollegen vor Ort zu unterstützen und den Standort im Bereich der Aftersales-Tätigkeiten weiter zu entwickeln.

Motiviert durch die Erfahrungen, die ich im Rahmen dieser Entsendung gemacht habe, nahm ich die Herausforderung einer weiteren Entsendung an. Bei unserer Tochtergesellschaft in Brasilien bot sich durch eine Umstrukturierung innerhalb der Organisation die Gelegenheit für mich, dort auf meine bisherigen Erfahrungen aufzubauen und diese mit einer Führungstätigkeit zu kombinieren.

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SICK Karriere: Was hat dich an den Auslandsaufenthalten besonders gereizt?

Felix Baha: Grundsätzlich hatte ich immer das Bestreben, einige Zeit im Ausland zu verbringen, um dort die unterschiedlichen Arbeits- und Lebensweisen sowie kulturellen Unterschiede näher kennen zu lernen. Der stetige Austausch mit den Tochtergesellschaften über meine Funktion im Service International bestärkte diesen Wunsch. Neben dem Reiz eine neue Herausforderung anzugehen und andere Aufgabengebiete kennen zu lernen, bot sich mir damit auch die Gelegenheit, direkt mit unseren Endkunden in Kontakt zu treten.

 

SICK Karriere: Welche Aufgaben hattest du in unseren Tochtergesellschaften?

Felix Baha: In den USA stand insbesondere der Know-How Transfer an erster Stelle. Die Produktkenntnisse und Einblicke in die technischen Prozesse aus vorangegangener Tätigkeit waren eine gute Grundlage, meine bisherigen Erfahrungen bei dem Ausbau des Aftersales sowie im Tagesgeschäft einfließen zu lassen. Darüber hinaus waren die Aufgaben bunt gemischt. Neben internen Schulungen hatte ich auch direkten Kundenkontakt in Form von Serviceeinsätzen sowie technischer Vertriebsunterstützung vor Ort. Um die lokalen Reparaturmöglichkeiten in den USA auszubauen, wurden in Zusammenarbeit mit den deutschen Standorten die dafür notwendigen Prüfmittel und Apparaturen definiert und die Reparaturabläufe dokumentiert, geschult und eingeführt. Die damit erzielte Unabhängigkeit kommt insbesondere den Kunden zu Gute, die sich auf schnellere Reparaturdurchlaufzeiten und einen kompetenten Ansprechpartner einstellen können. Ergänzend dazu kam es zu der Entwicklung und Implementierung eines Servicetools in Kooperation mit der IT-Abteilung der SICK AG, mit dem mehrere Aufgaben aus dem Arbeitsalltages im Aftersales (Serviceplanung, Berichterstellung, RMA-Prozess, Ticketsystem Technischer Support etc.) abgedeckt werden können. Nicht unwesentlich war auch die Funktion als Kommunikationsschnittstelle zwischen den beiden Standorten und den Kollegen aus Deutschland. Einmal mehr macht sich hier die starke Vernetzung bezahlt, mit denen wichtige Sachverhalte effizient und zielorientiert geklärt werden können. In Brasilien wurde mir die Aufgabe zu Teil, das Service-Team der Prozessautomation zu leiten. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wurde diese Aufgabe segmentübergreifend ausgeweitet. Die Serviceorganisationen der unterschiedlichen Bereiche (Fabrikautomation, Logistikautomation und Prozessautomation) wurden aus den Marketing- & Sales-Abteilungen herausgelöst, um eine eigene Service-Abteilung unter dem Namen „LifeTimeService“ zu etablieren. Damit bietet sich eine höhere Transparenz im Servicegeschäft sowie die Synergieeffekte, die sich durch die gemeinsame Nutzung von Administration und weiteren Ressourcen erzielen kann. Neben CRM wurde in Brasilien während des Zeitraums meines Aufenthaltes auch eine ERP-Software von SAP eingeführt, was auf Grund der hohen Komplexität des brasilianischen Besteuerungssystems und dem knapp bemessenen Einführungszeitraum in allen Abteilungen/Teams zu einer weiteren Herausforderungen geführt hat.

 

SICK Karriere: Was hast du aus der Zeit mitgenommen?

Felix Baha: Je kleiner eine Tochtergesellschaft ist, umso größer gestaltet sich der Aufgabenbereich eines einzelnen Mitarbeiters. Während man sich im Headquarter oft auf wenige Themen fokussieren kann, bietet sich in einer kleinen Einheit eine große Vielfalt von Aufgaben an. Man arbeitet an vielen Themen parallel. Die Schnittstellen zu den einzelnen Teams einer Service- und Vertriebstochter hilft dabei Zusammenhänge besser zu verstehen und eine grobe Übersicht über die Gesamtheit eines Unternehmens zu bekommen. Durch die tiefen Einblicke, die man vor Ort bekommt, wächst das Verständnis, warum interne Prozesse und Vorgehensweisen aus der SICK AG dort nicht immer nahtlos übertragen werden können  – egal ob diese auf sprachliche, kulturelle, strukturelle oder gesetzliche Regelungen zurück zu führen sind – bzw. anders gehandhabt werden müssen.

 

Fortsetzung folgt…

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