Auslandsstudium – von der Ukraine nach Deutschland

Daria Belmak stammt aus der Ukraine und ist mit ihrer Abschlussarbeit bei SICK gerade in den letzten Zügen ihres Auslandsstudiums an der Hochschule in Offenburg im Bereich Betriebswirtschaftslehre. Die Studentin wurde kürzlich mit dem DAAD-Preis der Hochschule ausgezeichnet. Der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD) zeichnet mit diesem Preis ausländische Studierende aus, die sich durch gute Leistungen und gesellschaftlich-sozialem Engagement hervorgetan haben. Im Interview erzählt uns Daria von Ihren Erlebnisse im Auslandsstudium in Deutschland, den Unterschieden zur Ukraine und ihren Erfahrungen bei SICK.

 

SICK Karriere: Du bist bereits 2012 als Au Pair nach Deutschland gekommen. Was waren deine ersten Eindrücke von diesem Land?

Daria Belmak: Ich kam sogar schon früher nach Deutschland. Meine Schwester lebt schon länger hier und ich habe sie 2008 besucht. Der Urlaub hier hat mir sehr gut gefallen. Deutschland ist ein gut entwickeltes Land und bietet sehr viele Möglichkeiten. Das hat mich sehr beeindruckt.

Als ich dann 2012 als Au Pair nach Deutschland kam, hatte ich einige Schwierigkeiten: Alles war neu für mich und mein Deutsch beschränkte sich auf die Sprachkenntnisse aus der Abendschule. Mein erster Eindruck war, dass Deutsche sehr organisiert sind. Sie haben einen Tages, Monats- und Lebensplan. Ich fand es anstrengend, immer alles planen zu müssen. Ich war Spontanität gewohnt. In der Zwischenzeit habe ich die Vorteile erkannt. Eine gute Planung – ich finde, das hat was.

 

SICK Karriere: Was vermisst du aus deinem Heimatland?

Daria Belmak: Ich vermisse natürlich meine Familie. Auch meine Jugendfreunde aus der Heimat fehlen mir. Früher sind wir öfter übers Wochenende aus Nikolaev ans Meer gefahren. Das kann ich hier in Freiburg nicht mehr machen. Dafür habe ich aber das Skifahren für mich entdeckt.

 

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Ein Studium in Deutschland unterscheidet sich vom Studium in der Ukraine

SICK Karriere: In welchen Aspekten unterscheidet sich das Studium in Deutschland von dem in der Ukraine?

Daria Belmak: Ich habe in der Ukraine an einer Uni studiert und hier in Deutschland an einer Hochschule, das ist auch im nationalen Vergleich unterschiedlich.
Was ich hier bei meinem Studium in Offenburg sehr genieße, ist aber auf jeden Fall die greifbare Praxisnähe. In der Ukraine hatte ich nach jedem Semester ein 3- bis 4-wöchiges Praktikum. Das hat mir nur eine erste Übersicht über die einzelnen Arbeitsfelder ermöglicht. Im Studium an der Hochschule Offenburg ist ein ganzes Praxissemester vorgesehen. Während dieser Zeit konnte ich mich richtig einarbeiten und im Bereich Finance bei SICK schon selbständig Aufgaben und Verantwortung übernehmen. So habe ich Berufserfahrung gesammelt, die mir auch den Berufseinstieg erleichtert.

 

Tipps für das Auslandsstudium

SICK Karriere: Welchen Tipp kannst du anderen internationalen Studierenden für Ihr Studium im Ausland geben?

Daria Belmak: Glaubt an euch und eure Fähigkeiten! Für mich war anfangs auch alles neu und ich hatte Angst. Aller Anfang ist schwer und internationale Studierende sollten sich auf Schwierigkeiten einstellen. Wichtig ist jedoch, niemals aufzugeben. Nur so kommt man ans Ziel. Meine persönliche Empfehlung an ausländische Studenten ist, sich eine möglichst kleine Hochschule auszusuchen. In kleineren Vorlesungsgruppen können sich die Professoren mehr Zeit nehmen und man geht als Ausländer nicht in der Masse unter. Mir hat das in Offenburg sehr geholfen. Auch die Studierenden untereinander kennen sich besser und unterstützten sich gegenseitig. Davon konnte ich profitieren und meine Mitstudenten ansprechen, wenn ich etwas nicht verstanden hatte.

 

 

SICK Karriere: Was ist das Besondere für dich an der Arbeit bei SICK?

Daria Belmak: Für mich ist die Unternehmenskultur bei SICK besonders. Ich finde, das Potential motivierter Mitarbeiter wird erkannt. Ich finde es schön, dass man hier authentisch sein kann und es zählt, zu sein wie man ist. Die organisierte Arbeitsweise und ein klar definiertes Tätigkeitsgebiet sind für mich bei SICK sehr wichtig, da diese eine erfolgreiche Zusammenarbeit voraussetzen. Ich sehe bei SICK eine große Möglichkeit über sich hinaus zu wachsen.

 

SICK Karriere: Was ist das Spannende an dem Thema „Neuer Standard zur Leasing-Bilanzierung auf der Ebene der internationalen Rechnungslegung“?

Daria Belmak: Das Spannende am Thema meiner Abschlussarbeit ist die IFRS (International Financial Reporting Standards). Wir haben die internationale Rechnungslegung an der Hochschule nicht im Detail behandelt und es ist sehr interessant für mich, mich hier einzuarbeiten. Ich habe mich schon immer in einem internationalen Unternehmen gesehen und mich deshalb bei SICK beworben. Ein internationales Unternehmen wie SICK ist entsprechend nach internationalen Regeln zu bilanzieren. Die habe ich als notwendig für meinen erfolgreichen beruflichen Werdegang gesehen.

 

SICK Karriere: Möchtest du nach dem Studium in Deutschland bleiben oder stellst du dir deine Zukunft in der Ukraine vor?

Daria Belmak: Ich möchte auf jeden Fall in Deutschland bleiben. Für mein Studium habe ich viel Zeit, Geld und Mühe investiert. Das soll sich jetzt auch auszahlen. Meine Zukunftsaussichten in der Ukraine sind nicht so gut wie hier in Deutschland. Der Hauptgrund für mich zu bleiben, ist aber mein Freund. Er hat mich immer sehr unterstützt.

 

SICK Karriere: Danke für das Interview!

 

Die Badische Zeitung berichtet über die Verleihung des DAAD-Preises der Hochschule Offenburg: http://www.badische-zeitung.de/offenburg/was-ich-nicht-weiss-kann-ich-lernen–128718579.html

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