Mircos Praxisphase in Dubai – vom Leben und Arbeiten in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Mirco studiert Elektrotechnik und nutzt eine seiner Praxisphasen für ein Auslandssemester bei der Tochtergesellschaft von SICK in Dubai. Im Interview erzählt der DHBW-Student von seinen Aufgaben und seinen Erfahrungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

SICK Ausbildung: Hallo Mirco, du verbringst dein Auslandssemester gerade in Dubai. Erzähl uns kurz, wie es dazu kam.

Mirco: Hallo! Ja genau, zurzeit bin ich für zwei Monate in Dubai und arbeite hier für die Tochtergesellschaft SICK FZE, also SICK Dubai. Hier bin ich der erste Student aus Deutschland, da dieser Standort mit insgesamt 13 Mitarbeitern zu den kleineren SICK-Gesellschaften zählt. Die Ausbildungsabteilung hat Kontakte zu vielen Tochtergesellschaften in der ganzen Welt und so wurde mir der Einsatz hier in Dubai angeboten.

 

Mirco vor dem Bürogebäude der SICK-Tochtergesellschaft in Dubai

Mirco vor dem Bürogebäude der SICK-Tochtergesellschaft in Dubai

Wohnen und Leben während der Praxisphase in Dubai

SICK Ausbildung: Gibt es große Unterschiede zum Leben in Deutschland?

Mirco: Oh ja, das wird einem sehr schnell bewusst! Der größte Unterschied sind die Temperaturen. Die Vereinigten Arabischen Emirate liegen oberhalb des Äquators, somit ist gerade Winter. Trotzdem hat es öfters über 25°C und man kann immer noch am Strand liegen oder im Persischen Golf schwimmen gehen. Das habe ich davor im Winter noch nie gemacht!

Mir fällt auch auf, dass die Stadt extrem multikulturell ist. Ein Großteil der Menschen in Dubai sind Gastarbeiter und das ist überall erkennbar. Bei uns im Büro arbeiten 13 Mitarbeiter, die insgesamt elf verschiedene Nationalitäten haben. Das macht das Arbeiten sehr interessant und vielseitig.

 

Beach Jumeirah an der Dubai Marina

Beach Jumeirah an der Dubai Marina

 

SICK Ausbildung: Wie und wo lebst du in Dubai?

Mirco: SICK FZE hat mir hier ein kleines Apartment gemietet, in dem alles vorhanden ist, was man zum Leben braucht. Auch der Weg zur Metro ist sehr kurz. Diese führt durch die ganze Stadt, sodass man recht einfach zu den wichtigsten Punkten kommen kann. Nur wenn man noch weiter raus fahren muss, wird es schwieriger.

Die Stadt Dubai ist nicht für Fußgänger ausgelegt. Es gibt jedoch viele Taxis, die um einiges günstiger sind als in Deutschland. Auf der Straße geht es sehr rasant zu! Auf den mehrspurigen Straßen fährt jeder wie er will und rechts zu überholen ist durchaus normal. Das Tempolimit liegt jedoch bei maximal 120 km/h. Der billigste Strafzettel kostet hier 600 Dirham, also circa 150 Euro.

Die Marina in Dubai bei Nacht

Blick vom Apartment bei einem Sandsturm

Blick vom Apartment bei einem Sandsturm

Arbeiten bei der Tochtergesellschaft SICK FZE

SICK Ausbildung: Welche Aufgaben hast du bei der Tochtergesellschaft?

Mirco: Hier in Dubai gibt es Temperaturen von 50°C, extrem hohe Luftfeuchtigkeit und Sandstürme. Unter diesen extremen klimatischen Bedingungen gibt es für unsere technischen Geräte im Außenbereich, gerade bei optischen Sensoren, besondere technische Anforderungen. Diese sind unter Laborbedingungen nicht simulierbar, bzw. während der Produktentwicklung schwierig mit einzubeziehen.

Der Containerhafen in Abu Dhabi hat Probleme mit der Verschmutzung der Frontscheiben der 2D-Laserscanner LMS511, von dem über 300 Stück dort verbaut sind. Der Wüstensand, der hier immer in der Luft ist, setzt sich schnell auf den Sensoren ab. Ich suche dafür innovative Optimierungsansätze, wie man die Verschmutzung erstens verringern kann, z.B. durch eine Schutzhaube, und zweitens auch bereinigen kann.

Dafür haben wir verschiedene Schutzsysteme an den Sensoren am Hafen angebracht. Ich habe eine Software geschrieben, die bei zehn Laserscannern gleichzeitig die Verschmutzung und Remission über mehrere Wochen messen und graphisch darstellen kann. Die Messungen laufen noch und werden wahrscheinlich auch noch einige Zeit benötigen. Ich werde die Ergebnisse wahrscheinlich erst erfahren, wenn ich wieder in Deutschland bin.

 

Arbeiten bei SICK Dubai

Mirco mit seinen Arbeitskollegen auf dem Containerhafen während seiner Praxisphase in Dubai

Unterschiede zum Arbeiten in Deutschland

SICK Ausbildung: Welche Unterschiede gibt es zu SICK in Waldkirch und zum Arbeiten in Deutschland? Oder gibt es viele Gemeinsamkeiten?

Mirco: Mit 13 Mitarbeitern ist dieser Standort natürlich sehr viel kleiner als Waldkirch, dies bedeutet, dass es keine richtigen Abteilungen gibt  und keine Kantine das Mittagessen kocht. Die Vertriebsmitarbeiter und die Techniker sitzen direkt nebeneinander und arbeiten eng zusammen. Man hat nicht nur seine eine Aufgabe, sondern ist in vielen Gebieten parallel tätig.
Für mich ist dies sehr interessant, da ich bereits zu Kundengesprächen mitgenommen wurde und somit auch einmal diese Seite kennen lernen konnte.
Dadurch, dass oft Kunden oder Distributoren in unser Büro kommen, ist etwas schickere Kleidung gewünscht. Das ist in den Entwicklungsabteilungen in Waldkirch nicht so oft der Fall und war für mich daher zu Beginn etwas ungewohnt.

Freizeit in Dubai

SICK Ausbildung: Wie verbringst du deine Freizeit in Dubai? Hast du schon viel von der Stadt und dem Umland gesehen?

Mirco: Sehenswürdigkeiten gibt es hier sehr viele. Das höchste Gebäude „Burj Khalifa“, das Wahrzeichen „Burj al Arab“ oder die künstlich angelegte Palmen „Palm Jumeirah“ und „Palm Jebel Ali“ sind natürlich ein Muss! Ebenso habe ich die riesigen und höchst interessanten Malls besichtigt. Vorletztes Wochenende habe ich einen Ausflug nach Abu Dhabi gemacht, das nur 120 km von Dubai entfernt ist. Dort habe ich eine der größten Moschee der Welt „Scheich-Zayid-Moschee“ und das Red Bull Air Race angeschaut.

 

Mirko vor dem bekannten Hotel "Atlantis - the Palm"

Mirko vor dem bekannten Hotel „Atlantis – the Palm“

 

Den wundervollen Strand darf man auch nicht vergessen! Dort kann man alle verschiedensten Sportarten ausführen, für mich ist Joggen dort am schönsten.
Geplant habe ich noch eine Fahrradtour auf der extra für Fahrradfahrer angelegten Straße durch die Wüste und eventuell einen Ausflug in den Oman, dem Nachbarstaat der Vereinigten Arabischen Emirate.

Erfahrungen & Ausblick

SICK Ausbildung: Welche persönlichen Erfahrungen nimmst du aus der Praxisphase in Dubai mit nach Deutschland? Gibt es etwas, das du an Dubai vermissen wirst?

Mirco: Das Arbeiten hier mit meinen Kollegen macht mir sehr viel Spaß und hat mich auch extrem weitergebracht! Gerade meine Fremdsprachenkenntnisse konnte ich stark verbessern. Hier spricht man gleichzeitig Englisch mit Spaniern, Türken, Indern oder auch Deutschen. Mitzuerleben, wie es in einer SICK-Tochtergesellschaft abläuft mit direkter Zusammenarbeit von Vertrieb und technischem Support ist hier einmalig!
Dubai ist eine vielseitige und interessante Stadt mit sehr vielen schönen Plätzen. Ich freue mich aber auch schon wieder auf meine Heimat im Schwarzwald, meine Familie und meine Freunde.

SICK Ausbildung: Danke für das Interview!

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