Energie-Scouts für mehr Energie-Effizienz

Die angehenden Mechatroniker Niklas Hin und Jonas Reif engagieren sich als Energie-Scouts bei SICK. Im Interview erklären sie, was die Aufgaben eines Energie-Scout sind und welche Projekte sie in Sachen Energieeffizienz und Ressourcenschonung bereits realisiert haben.

 

SICK Ausbildung: Lieber Jonas, lieber Niklas, ihr seid beide Energie-Scouts. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff?

Jonas Reif: Als Energie-Scouts bezeichnet man Azubis, die im Rahmen der Mittelstandsalternative für Energiewende und Klimaschutz von der Industrie- und Handelskammer geschult wurden.

Niklas Hin: Energie-Scouts übernehmen nach dem Training zu Energieeinsparung und Ressourcenschonung in ihrem Ausbildungsbetrieb Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz und damit verbundenen Kostensenkungen. Dabei geht es darum, Energiesparpotentiale im Betrieb zu erkennen, entsprechend zu dokumentieren und Verbesserungsvorschläge einzubringen.

 

Qualifizierung zum Energie-Scout für Azubis

SICK Ausbildung: Was genau waren die Inhalte der Qualifizierung zum Energie-Scout und wie lief sie ab?

Jonas: Am ersten Tag der Schulung mit dem Experten der IHK und Azubis aus anderen Unternehmen ging es erstmal darum, was Energie und Energieeffizienz allgemein bedeuten. Am zweiten Tag haben wir gelernt, mit verschiedenen Messgeräten umzugehen. Zum Beispiel prüften wir mit einem Ultraschall-Leckage-Messgerät, wo Druckluft an Maschinen austritt. So kann man Lecks aufspüren.  

Niklas: Ein anderes praktisches Beispiel der Schulung war das Messen der Beleuchtungsstärke mit einem LUX-Meter. Mit ihm kann man anhand von vorgegebenen Messwerten prüfen, ob die Beleuchtung an Arbeitsplätzen ausreichend ist. Wo nötig, nimmt man dann Regulierungen vor. Durch das Training wurden wir zum Einen fit für unsere folgenden Projekte gemacht und zum Anderen sensibilisiert, was Energiesparen betrifft.

 

Projekte im Unternehmen, um Energieeffizienz zu steigern

SICK Ausbildung: Welches Projekt habt ihr bei SICK realisiert?

Jonas: Ich habe mich zusammen mit Lars Keller, einem anderen Azubi, dem Projekt „Beleuchtungsoptimierung“ am Standort Waldkirch gewidmet. Bei unserem Rundgang entdeckten wir – vor allem in der Produktion  – viele alte Leuchtstoffröhren. Nach unserer Ist-Analyse haben wir dann die Wechselkosten zu LED-Panels in einem konkreten Fertigungsbereich analysiert und die Amortisationsdauer der Investitionen berechnet. Wir waren über das große Einsparungspotential überrascht!

Niklas: Ich habe im Team mit den DH-Studenten Lea Baumer und Jan Killich ein ganzheitlichen Druckluft-Audit durchgeführt und am Waldkircher Standort einige Lecks ausfindig gemacht. Durch den Reparaturaustausch an den einzelnen Maschinen, konnten wir einen weiteren Austritt der Druckluft vermeiden. 

 

Die Energie-Scouts Jonas Reif, Lars Keller und Niklas Hin (von links) bei der Projektvorstellung im Haus der deutschen Wirtschaft in Berlin

SICK Ausbildung:  Wer hat euch im Projekt unterstützt?

Jonas: Neben unserem Ausbilder hat uns das Haustechnik-Team immer begleitet und alle unsere Rückfragen beantwortet.

Niklas: Wir hatten beim Druckluft-Audit außerdem viel Unterstützung von unseren Kollegen aus dem Bereich Umweltmanagement. 

 

Preisverleihung für die Energie-Scouts in Berlin

SICK Ausbildung:  Kürzlich seid ihr nach Berlin zur Preisverleihung für die Energie-Scouts der Mittelstandsinitiative gefahren. Wie war das für euch? 

Niklas: Ich war zum ersten Mal in Berlin und es hat mir super gefallen. Die Preisverleihung im Haus der deutschen Wirtschaft mit den anderen Energie-Scouts war ein tolles Erlebnis.

Jonas: Auch das Kennenlernen der anderen Azubis bei der vorherigen Schiffsfahrt auf der Spree war klasse. Wir konnten uns bei einem Gruppenspiel mit den anderen austauschen und so auch von den Projekten in den anderen Unternehmen erfahren.

 

Die Energie-Scouts bei der Preisverleihung in Berlin mit Umweltministerin Barbara Hendricks

In Berlin gab es neben der Preisverleihung für die Energie-Scouts viel zu sehen

SICK Ausbildung:  Das Energie-Scout- Projekt ist nun abgeschlossen. Was nehmt ihr davon mit?

Jonas: Das Projekt für mehr Energie- und Ressourcenschonung im Betrieb soll kein einmaliges sein, sondern langfristig zum Nachdenken anregen. Ich überlege mir nun auch privat, wo ich vielleicht Energie einsparen kann.

Niklas: Wir wollen auch andere Azubis für dieses wichtige Thema begeistern. Vor allem wollen wir auch fürs Energiesparen sensibilisieren, denn man kann schon mit kleinen Dingen viel bewegen. Im nächsten Ausbildungsjahr werden wir die zukünftigen Energie-Scouts als Mentor unterstützen.

 

Tipps zum Energiesparen im Alltag

SICK Ausbildung: Was macht ihr privat und in eurem Arbeitsalltag, um Energie einzusparen?

Niklas: Wir achten jetzt zum Beispiel in der Ausbildungsabteilung konsequenter darauf, die Laptops und Bildschirme vor dem Feierabend richtig auszuschalten. Wir passen auch auf, dass die Klimaanlage nicht unnötig läuft.

Jonas: Ich habe bei mir zu Hause in der Zwischenzeit überall Steckerleisten verbaut. So kann ich elektronische Geräte wie Fernseher, Receiver, PC und Radio richtig ausschalten. So verbrauche ich nicht unnötig Strom für die Stand-by-Funktion.

Niklas: Wichtig ist auch, zu Hause die Elektrogeräte unter die Lupe zu nehmen und die „Stromfresser“, also ganz alte Geräte, die einen sehr hohen Stromverbrauch haben, zu ersetzen.

SICK Ausbildung: Danke für das Interview!

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