Vertrauensperson in der Schwerbehindertenvertretung

Hubert Binninger ist schon seit vielen Jahren in der Schwerbehindertenvertretung bei SICK aktiv. Im Interview erzählt er uns, was seine Aufgaben sind, wie sein Alltag aussieht und was ihn täglich antreibt. 

 

SICK Karriere: Hallo Hubert, du hast 1984 bei SICK angefangen. Was war damals dein Aufgabenbereich und mit welchen Erwartungen bist du zu SICK gekommen?

Hubert Binninger: Ich habe bei SICK in der Qualitätssicherung in der Elektronikkartenfertigung angefangen. In meiner Anfangszeit wurden Aufträge noch von Hand erfasst und mit dem Taschenrechner berechnet.

Ich kam aus einem Kleinbetrieb mit 20 Mitarbeitern und SICK beschäftigte damals schon 600 Mitarbeiter – das war eine große Umstellung für mich. Bei SICK hatte ich immer interessante Aufgaben und meine Erwartungen an das neue Unternehmen wurden erfüllt. In meiner Laufbahn habe ich verschiedene Positionen durchlaufen. Zuletzt arbeitete ich als Lieferantenqualitätsmanager.

 

Hubert Binninger ist Konzernschwerbehindertenvertreter bei SICK

SICK Karriere: Heute bist du als Konzernschwerbehindertenvertreter und im Betriebsrat aktiv. Was waren deine Gründe, dich für die Wahl aufstellen zu lassen und was möchtest du bewegen?

Hubert: Der Anlass für mich war meine eigene Schwerbehinderung – ich höre schon immer schlecht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es mit einer Behinderung ist, im Berufsleben Fuß zu fassen. Viele Schwerbehinderte kennen ihre Möglichkeiten und Rechte gar nicht. Mein Ziel war es, etwas für Schwerbehinderte zu verändern und vorantreiben zu können. Schon seit den 90er-Jahren bin ich im Betriebsrat und in der Schwerbehindertenvertretung aktiv. Seit 2008 bin ich nun der Vorsitzende Schwerbehindertenvertreter und wurde vor etwa 2 Jahren zu 100 Prozent freigestellt. So kann ich mich meinen Aufgaben voll widmen.

Der Arbeitsalltag in der Schwerbehindertenvertretung

SICK Karriere: Wie sieht dein Arbeitsalltag aus? Welche Aufgaben kommen in dieser Funktion auf dich zu und mit wem arbeitest du zusammen?

Hubert: Mein Arbeitsalltag ist sehr vielseitig und von Gesprächen geprägt. Ich berate schwerbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte. Ich bin außerdem im Austausch mit meinen Betriebsratskollegen, den Kollegen aus dem beruflichen Eingliederungsmanagement, dem Bauausschuss und vielen anderen. Auch führe ich Gespräche und Schriftverkehr mit der deutsche Rentenversicherung, Krankenversicherungen, der Bundesagentur für Arbeit und der Gewerkschaft IG Metall.

Ich fungiere als Sprachrohr für schwerbehinderte Mitarbeiter/-innen und übernehme eine Beratungsfunktion. Viele Mitarbeiter werden – zum Beispiel durch eine Krebserkrankung oder Ähnliches – im Laufe ihres Berufslebens beeinträchtigt und können als schwerbehindert eingestuft werden. Ich will den Menschen Mut geben, sich dazu zu bekennen und mit mir ins Gespräch zu gehen. Nur wenn wir wissen, dass eine Schwerbehinderung vorliegt, können wir den Arbeitsplatz entsprechend der Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gestalten. Die Maßnahmen sind immer ganz individuell. So kann zum Beispiel ein Umbau des Arbeitsplatzes vorgenommen werden oder eine Arbeitszeitreduzierung in Kombination mit einer Erwerbsminderungsrente beantragt werden.

Die schönen Moment im Job: Wertschätzung und Unterstützung

SICK Karriere: Was waren die schönsten Momente in deiner Zeit als Schwerbehindertenvertreter?

Hubert:  Für mich war zum Beispiel der Abschluss der Integrationsvereinbarung ein toller Erfolg. Ein weiteres schönes Erlebnis war die Netzwerkgründung SNEF (Schwerbehinderten-Netzwerk Emmendingen Freiburg) und den Zuspruch, den ich hierfür von Frau Sick-Glaser und unserem Personalvorstand Herr Dr. Krämer erhalten habe. Diese Wertschätzung und Unterstützung bedeutet mir sehr viel. Ich bin mit Herzblut bei der Sache und bekomme dafür auch viel zurück. Das sind die schönen Momente und das macht mir Spaß an meiner Arbeit.

 

SICK Karriere: Was wünschst du dir für die Zukunft?

Hubert: Ich wünsche mir, dass das Thema Inklusion in unserer Gesellschaft vorankommt, denn Barrierefreiheit fängt im Kopf an!

Ich spüre, dass es manchmal noch Berührungsängste mit dem Thema Schwerbehinderung gibt. Dem will ich auch künftig entgegenwirken und dafür unser neu gegründetes Netzwerk ausbauen. Solange ich da bin, möchte ich meinen Nachfolgern mein Wissen und Können weitergeben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man immer kämpfen und dranbleiben muss im Leben – aber es lohnt sich!

SICK Karriere: Danke, Hubert!

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